Eine ganze Nation in Aufregung

Nun geht Uli Hoeneß nicht in Revision und will seine Straft „absitzen“. Er wirkt wie ein „Opfer“ - sein Weg vom Saulus zum Paulus – ist schon bemerkenswert. Nach außen wirkt dies alles sympathisch und sicher wird er von vielen Menschen bedauert und bewundert! Ich kann mich jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass dies wiederum der Schadensbegrenzung dient. Laut unserer Gesetze kann man nur einmal in einer Sache verurteilt werden!!! Sollten noch neue Fakten und Millionen aus dem Hut gezaubert werden, kann dies nicht mehr geahndet werden sobald das Urteil rechtskräftig ist. Wie dem auch sei, dieser Prozess stimmt schon sehr nachdenklich und gibt vielleicht einen Anstoß über unser Rechtsempfinden nachzudenken.

In allen Diskussionen wird die Selbstanzeige als ein „Rechtsmittel“ dargestellt, das einen „moralischen“ Anspruch hat. In Wirklichkeit ist dies bereits ein zweifelhaftes politisches Instrument. Die Selbstanzeige ist nichts weiter, als ein cleverer Schachzug, ein Spiel mit der Angst derer, die bereits nach gültigem Recht eine Straftat begangen haben und wie die Erfahrung zeigt durchaus erfolgreich! Zweifelhaft bleibt sie dennoch, wenn dagegen, um nur ein kleines Beispiel zu nennen, eine „private Telefonabhörung“, als Beweismittel einer Straftat, bei Polizei und Gericht keine Beweiskraft hat und sogar als Straftat gewertet wird!!! Im „öffentlichen Interesse“ heiligt der Zweck die Mittel.Geht es um einen einzelnen Bürger werden GANZ andere Maßstäbe angesetzt.

Welch ein Medienspektakel. Nach meiner Meinung war Hoeneß , wie ja inzwischen bekannt wurde und sicher von Niemanden ernsthaft angezweifelt werden wird, ein Zocker! Ein Zocker, der jedes Maß verlor. Irgendwann wurden seine „Geldspielereien“ jedoch ziemlich gefährlich!!! Und er sah sich gezwungen, wie viele andere auch, zu handeln. Aber auch das auf seine spielerische, nervenkitzelnde Art und Weise, die Medien waren in den letzten Tagen, Wochen voll davon. Nach meiner Meinung hat er nur zu hoch gepokert. Er hat seine Popularität als Mittel zum Zweck ge- oder besser missbraucht. Dabei hat er aber eines übersehen. Eben diese Öffentlichkeit, die, die Wohlgesonnenen, die Neider und die Gegner gleichermaßen informierte und hellhörig machte, zwang das Gericht förmlich, besonders genau hinzusehen. In einem solchen Fall steht unsere Gerichtsbarkeit im Fokus und darf sich auf keinen Fall einen Fehler leisten!!!

Ich denke, da hat er sich gewaltig verspekuliert!

Was mich in dieser ganzen Sache sehr betroffen macht, ist das mangelnde Rechtsempfinden vieler Menschen. Ich betone, auch ich bin Bayern-Fan und auch ich habe Achtung vor Menschen, die in Ihrem Wohlstand, die Anderen, die nicht auf der Sonnenseite leben, nicht vergessen. Das ändert jedoch nichts daran: Verbrechen bleibt Verbrechen!!!!! Um es plakativ zu formulieren, wenn ein Uli Höneß „rechtmäßig“ straffrei geblieben wäre oder auch nur mildernde Umstände anerkannt worden wären, müsste im Gegenzug unsere gesamte Steuerfahndung aufgehoben werden! Vielleicht verhilft dieser Prozess dazu, dass sich so manch Einer wieder einmal über Recht und Gerechtigkeit Gedanken macht, dann hätte dieser „Schauprozess“ auch seine guten Seiten.