| Barbara Clear gegen GEMA |
...Urteilsverkündigung! - ...ohne Worte!
| Hallo und guten
Tag,
manchmal weiß man gar nicht, wie man das beschreiben soll, was man denkt und fühlt. So ging's mir, als ich das Urteil aus dem Prozess Gema/Clear bzw. Clear/Gema vor mir auf dem Tisch liegen hatte. Und so geht's mir im Moment immer noch: Ich bin sprachlos. Dennoch, ich habe versprochen zu informieren, hier also die Info: Für alle, die neu meinen Newsletter erhalten oder noch mal kurz in Erinnerung bringen wollen, worum's ging, hier noch mal in Kürze, warum ich vor Gericht gezogen bin: Bislang hat die Gema gesagt, sie berechne 17 Prozent
Bearbeitungsgebühr, der Rest ginge an die Künstler, deren Rechte
sie vertritt. Demnach müssten 83 Prozent ausgeschüttet werden. Für alle, die wenig Zeit haben, hier die Quintessenz aus dem Urteil: Es wurde entschieden, daß ich keinerlei Anspruch
auf den von mir geforderten Betrag, genauer: überhaupt keinen Anspruch
habe. Denn: "Ein etwaiger Zahlungsanspruch ergibt sich nicht aus
den zwischen den Parteien geschlossenen Berechtigungsvertrag", sagt
das Gericht. Bedeutet im Klartext, ich habe für meine eigenen Werke
nichts zu fordern und zu wollen, dafür gibt es keine rechtliche Grundlage.
Die Gema kann mir was bezahlen, aber ob, wie, wann und in welcher Höhe,
ist Sache der Gema, aber jeder Veranstalter, jeder Sender und ich als
Veranstalterin meiner eigenen Konzerte und Musik sowie als Produzentin
meiner eigener Songs haben pauschal an die Gema zu bezahlen, was immer
sie auch fordert.
Begründet wird das alles mit schier unglaublichen Konstruktionen
und Begründungen wie zum Beispiel, daß es mich nichts angeht
und ich auch keine Ansprüche haben kann, wenn ein Veranstalter für
mein Konzert und meine Musik Geld an die Gema bezahlt. Das Gericht schreibt:
"Das Rechtsverhältnis zwischen der Gema und dem jeweiligen Veranstalter
ist streng von dem Rechtsverhältnis zwischen Barbara Clear und der
Gema zu trennen. Eine Vermischung dieser Rechtsverhältnisse entsteht
auch nicht dadurch, daß Barbara Clear auf Veranstaltungen aufgetreten
ist bzw. auf der Veranstaltung Musikwerke von Barbara Clear gespielt wurden."
Heißt wohl ganz allgemein, die Veranstalter laden Geld über
Geld in die Gema-Kasse, wohlgemerkt in die Kasse, die für die Rechte
der Komponisten und Texter gefüllt werden soll, und der Künstler,
Komponist und Texter bekommt aus dieser Kasse das, was die Gema für
richtig befindet - Ansprüche hat er nicht. Die weiteren Ausführungen des Urteils will ich Euch/Ihnen ersparen, es ist eh alles ziemlich wirr und undurchsichtig, man hat sich alle Mühe gegeben. Ach ja, eines noch, damit man erkennt, was da vor Gericht abgegangen ist: Wir hatten vorgetragen, daß die Gema permanent falsche Rechnungen für meine eigenen Veranstaltungen ausstellt und hatten dafür ein paar Beweise vorgelegt, nicht alle, das hätte den Vortrag überlastet. Vorgelegt wurden zum Beispiel drei Gema-Rechnungen von meinen drei Olympiahallenkonzerten, alle hätte gleich ausfallen müssen, weil die Bedingungen immer die gleichen waren, aber sie waren alle drei unterschiedlich - von 459 bis 2007 Euro. Dazu das Gericht: "Der pauschale Vortrag von Barbara Clear, daß die Klägerin bewußt falsche und überhöhte Rechnung stellen würde, war als unsubstantiiert zurückzuweisen. Es wurden keinerlei tatsächliche Anhaltspunkte vorgetragen, welche diese Vermutung rechtfertigen könnten." Da haste keine Worte mehr... Für alle, die wissen wollen, die es weitergeht: Mein Anwalt meint, daß dieses Urteil "haarsträubend"
sei, man müsse in die nächste Instanz gehen und vors Oberlandesgericht
ziehen. Oft sagen Anwälte ja so was auch nur, um nochmal Geld zu
verdienen. Meiner kann so nicht denken, weil er weiß, wie arg ich
finanziell gebeutelt bin nach all den Schlachten über die Jahre hinweg,
die ich geschlagen habe für viele andere und auch für meine
eigene künstlerische und menschliche Freiheit. Freiheit muß
man leben, mit allen Konsequenzen, und natürlich Aber ich bin mir im Moment unsicher, ob ich die Schlacht gegen die Gema
weiterführe, weiterführen kann. Ich habe es geschaftt, daß
die Mißstände in vielen Medien aufgegriffen wurden, von "BILD",
im Bayerischen Fernsehen bis hin zu vielen großen Tageszeitungen
in den überregionalen Ausgaben. Ich weiß, daß mich viele
Menschen begleiten und mir auch Kraft Für alle, die helfen wollen: Noch drei Wochen habe ich nun Zeit, dann muß ich mich entscheiden,
ob's weitergeht. Wenn Ihr/Sie mich unterstützen wollt/wollen, dann
steckt bzw. stecken Sie 'nen Fünfer oder Zehner in einen Briefumschlag
und schickt bzw. schicken ihn an Barbara Clear, Hofer Strasse 3b, 94113
Tiefenbach. Mag sein, es ist eine ungewöhnliche Aktion, aber allein
kann man gegen die Riesen und ihre Willkür nur bestehen, solange
man es sich leisten kann, sie auf ihren Spielwiesen zu attackieren und
zu zermürben. Wenn alle bei dieser Aktion mitmachen, die meinen Newsletter erhalten,
dann kann ich auch die nächste "Schlacht" schlagen. Für
jeden einzelnen sind das nur ein paar Euro, in der Summe aber können
sie dazu beitragen, daß sich ein Riese an seiner Gier verschluckt.
Die Gier ist so groß, daß 850 Millionen Euro jährliche
Einnahmen, die der Riese nach Abzug des selbst benötigten Futters
(mittlerweile 21,5 Prozent, wie die Gema selbst darstellt, also rund 183
Millionen Euro im Jahr) an seine Kumpels Herzliche Grüsse |
© 2009 Sonthofer Kultur- Werkstatt