Staatliche Kulturförderung

Tausende studieren Musik!
Der Staat subventioniert Musikfachakademien & Musikhochschulen!

Was hat die Musikkultur in Deutschland für eine Zukunftschance?


Liste der
Musikhochschulen &
Fachakademien
Bitte Klicken Sie hier

Brennende Fragen
an die Politik
gestellt von einem
Hochschulprofessor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Künstler aus dem Sektor Jazz/Improviesierte Musik haben sich seit Jahren zähneknirschend damit abfinden müssen, dass die o.g. Sparte bei der U-Musik mit entsprechend geringer Ausschüttung eingestuft wurde. (Da stellt sich die Frage: Ist Jazz populäre Musik? Oder ist sie nicht genauso förderungswürdig wie sog. Zeitgenössische Ernste Musik?)

Jetzt höre ich von vielen Veranstaltern, dass die GEMA eine Gebührenerhöhung auch für Klein-Veranstalter androht und die Pauschalabrechungsmodalitäten durch die Abrechungen einzelner Veranstaltungen ersetzen will. Dies bedeutet für einige Veranstalter, mit denen ich in den letzten Wochen sprach, eine Abgabenerhöhung von mehr als 240%.

Dieses Geld ist nicht vorhanden. Die Clubs haben es jetzt schon sehr schwer, sodass den Musikern/Künstlern immer schlechtere Gagen ausgezahlt werden. Ich persönlich habe schon vor zwanzig Jahren als Berufsanfänger ähnliche Gagen erhalten wie heute.
An dieser Stelle möchte ich gar nicht von der Inflation oder steigenden Reisekosten (Benzinpreise etc.) sprechen.


Des Weiteren ist mir auch völlig schleierhaft, was mit den Geldern, die die GEMA einnimmt, tatsächlich passiert. Wir „Jazz-Komponisten“ sehen von dem, was dem Veranstalter berechnet wird, jedenfalls nur einen sehr, sehr geringen Teil.

Die Veranstalter klagen seit Jahren über steigende Kosten, sodass die neue GEMA-Regelung für viele tatsächlich das AUS bedeuten wird.

Das Verheerende an der geplanten Politik ist aber, und das sage ich hier als Lehrender an einer öffentlichen Kunst/Musikhochschule, dass nicht nur den Profis, sondern auch dem Nachwuchs das Forum entzogen wird. Man muss sich daher als Lehrer die Fragen stellen:

1. Was gebe ich meinen Studierenden an Motivation mit auf den Weg, wenn es um einen Ausblick auf das Berufsmusikerleben geht?
2. Wie wird sich diese Entwicklung auf die Bewerberzahlen an deutschen Musikhochschulen auswirken (und welche Folgen hat dies für die Schulen)?
3. Haben wir nicht alle eine gewisse Verantwortung gegenüber dem Publikum, dass wir neben dem kommerziellen Musikangebot auch künstlerisch anspruchsvolle Veranstaltungen anbieten?
4. Was passiert mit den vielen zu den Veranstaltungen gehörenden Arbeitsplätzen (Toningeneure, aus dem Bereich der Veranstaltungsorganisation und Gastronomie etc.?)

Sie sehen, die Sache zieht weite Kreise.

Außerdem möchte ich an dieser Stelle betonen, dass die vermeintlichen Vertreter des Jazz bzw. der Improvisierten Musik, die es durchaus in der GEMA gibt, schon längst nicht mehr in dem Masse am öffentlichen, aktiven Musikleben teilnehmen und offensichtlich den Bezug zur Realität verloren haben, bzw. keine Lobby für diese Musiker/Künstler innerhalb der GEMA darstellen; anderenfalls wäre die neueste Entwicklung wohl kaum zu erklären.

Ich bitte Sie also inständig, das Thema GEMA im Bundestag zu erörtern.

 

© 2008 Sonthofer Kultur- Werkstatt