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Recherche
über Unzufriedenheiten im Kleinkunstbereich -
bewußt ohne konkrete
Angabe von Personen
Nicole Sutherland vom
Münchner Merkur bitte die
GEMA München um eine Stellungsnahme

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Sehr geehrte Frau Sutherland,
vielen Dank für Ihre Anfragen.
Insgesamt haben wir leider an vielen Stellen das Problem, dass aus Ihren Fragen nicht alle für uns nötigen Fakten hervorgehen, um
qualifiziert Stellung nehmen zu können.
Ich hoffe jedoch, unsere Informationen bringen Sie dennoch weiter.
Zur Problematik der Transparenz in Frage 1:
Generell müssen wir zwischen den Künstlern/Urhebern und den
Veranstaltern/Musiknutzern unterscheiden.
Zu den Urhebern:
Der sogenannte Verteilungsplan, nach dem die GEMA an ihre Mitglieder
ausschüttet, ist detailliert im Jahrbuch der GEMA geschildert. Das
Jahrbuch können Sie auf der Homepage der GEMA einsehen:
http://www.gema.de/presse/publikationen/jahrbuch/ausgabe0708/
Den Verteilungsplan finden Sie ab Seite 281.
Urheber, die Mitglied der GEMA sind, können aber auch an einer
unserer GEMAwissen-Veranstaltungen teilnehmen. Das ist ein kostenloser
Service für unsere Mitglieder, der an den verschiedenen Standorten
der GEMA stattfindet und Fragen der Mitglieder zu den Aufgaben,
Prozessen und individuellen Problemen beantwortet.
Mehr Infos dazu finden Sie hier:
http://www.gema.de/der-verein-gema/projekte/gema-wissen/
Einige exemplarische Beispiele finden sich etwa in unserer Mitgliederbroschüre (Seite 19), die Sie hier einsehen können:
http://www.gema.de/uploads/tx_mmsdownloads/gema_mitgliederbroschuerepdf
Meine Fragen:
1. Die Künstler beklagen die wenige Transparenz des Abrechnungsmodus.
Hier stellt sich die Frage, warum der Abrechnungsmodus nicht offen
gelegt wird. Warum sind die Tarife so wenig nachvollziehbar.
***Siehe oben
An einem Beispiel heißt das: In einer Kabarettaufführung werden 3
Minuten, d.h. ein Stück GEMA-pflichtige Musik gespielt. Es muss aber
für zwei Stunden Programm bezahlt werden.
Es gab mal einen Kleinkunsttarif von 6%. Dieser wurde abgeschafft.
Aus welchen Gründen wurde er abgeschafft?
*** vermutlich geht es hier um den Tarif WR-VR-B1. Dieser Tarif wurde
nicht abgeschafft, gilt jedoch nicht grundsätzlich für Kabarett,
sondern für Kleinkunstbühnen. (siehe Wortlaut des Tarifs). Kabarettvera
nstaltungen werden i.d.R. nach U-VK abgerechnet.
Zu Ihrer Info: Tarif WR-VR-B1:
http://www.gema.de/fileadmin/inhaltsdateien/musiknutzer/tarife-
ueberblick/wr-vr-b1.pdf
Tarif U-VK:
http://www.gema.de/fileadmin/inhaltsdateien/musiknutzer/tarife-
ueberblick/tarif_u_vk.pdf
Meine Frage hierzu ist auch: Gibt es Modellrechnungen? Und wie können
sich Künstler genau über das Tarifsystem informieren?
*** siehe oben
2. Weiter sorgt für Unmut, dass anscheinend nicht alle Künstler
gleich behandelt werden.
Ein Beispiel: Für einen TV-Auftritt hat die Gema an den Komponisten
gezahlt, an eine beteiligte Künstlerin jedoch nicht. Die Begründung
war: "Das ist uns zu viel Arbeit."
*** auch hier kann ich ohne nähere Kenntnis des Falles nur Vermutungen
anstellen.
Ihrer Wortwahl folgend bedeutet das, dass der Komponist, also der
Urheber, seine Tantiemen bekommen hat. Die ?beteiligte
Künstlerin? scheint ja keine Komponistin zu sein. Als ausübende
Musikerin, z.B. als Sängerin oder Instrumentalistin, bekommt sie ja
auch gar keine Tantiemen von der GEMA, sondern sollte sich dazu eher
an die GVL (www.gvl.de) wenden.
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| Erfahrungen
des
Jörn Pfennig

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... Ich habe also euer Rundschreiben
inkl. Petitionsformular an eine ganze Menge Leute weiter-geleitet, die ich
- mehr oder weniger gut - kenne als GEMA-kritische Betroffene: von Musikern,
Textern, Verlegern, Veranstaltern bis Produzenten etc.- alles dabei. Mit
dabei natürlich auch ein entsprechender Begleittext meinerseits zwecks
Förderung der Motivation ...
Seitdem habe ich zwar ein paar unschöne Rückmeldungen bekommen
von 'ordentlichen' Mit-gliedern, die einerseits in so manchen Belangen unzufrieden
sind mit der GEMA - nicht ohne Grund sind sie ja in meiner Adrema der 'Frustrierten'
gelandet -, die andererseits aber meinen, sich heftig gegen eine solche
'Hetzkampagne' stellen zu müssen, wenn es - na klar! - an ihre Bezugsquellen
aus dem Großen Topf gehen soll.
Da ist dann die Rede von 'irgendwelchen frustrierten Kleinveranstalterinnen',
die sich um die GEMA-Gebühren drücken wollen, von 'Provinzfiguren',
'Kulturkaffeekränzchen-Damen' oder gar - hoch gebildet - von 'mikrozephalen
Sonthofener Gedankengängen'! - Äußerungen von 'ordent-lichen'
Männern eben!
Aber es gibt da auch z.B. eine schöne Meldung aus der jüngeren
'Club-Szene', die unser Herz erfreut: "bin dabei das weiterzuleiten...
hoffe auf einen sack unterschriften aus meiner musikalischen subkultur..." |
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Jörn
Pfennig liefert sich:
Ein
klitzekleines
Wortgefecht mit dem
GEMA Aufsichtsrats-vorsitzenden C.B.
Hintergrund: In
meiner aktiven Kampfzeit an der GEMA-Front (2005 - 2007) hatte ich das
Vergnügen, zeitweilig - und kurzweilig! - mit dem GEMA-Aufsichtsratsvorsitzenden
Christian Bruhn zu korrespondieren. Hart in der Sache und deftig im Ton.
Danach war Ruhe.
Nun erreichte mich wieder einmal eine Email von C.B., die offenbar ausgelöst
wurde durch das Begleitschreiben, mit dem ich die Rundschreiben von Monika
Bestle und Nina Zober inkl. Petitionsformular an etliche mir näher
oder ferner bekannte GEMA-Frustrierte weitergeleitet habe. Irgendwer hat
diese meine Email dann offenbar wiederum weitergeleitet an C.B.
Zum besseren Verständnis: Alle in meiner Antwort - und dann in C.B.'s
Rückantwort - groß geschriebenen Wortzusammenhänge sind
Titel von Schlagern bzw. Textzeilen von Werbespots, die C.B. komponiert
bzw. mit Musik versehen hat.

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10. Sept. 2008
C.B. schrieb:
Ach, Jörn Pfennig (nomen est omen),
was müssen Sie auch ausgerechnet Musik machen, anstatt etwas auszuüben,
was Sie gewiss besser könnten. (Fritz Kortner hätte gesagt "Sie
schwänzen einen anderen Beruf"). Was wäre der GEMA erspart
geblieben, wenn Sie z.B. Klempner oder Metzger geworden wären!
Ich verstehe ja Ihren - persönlich völlig zu Recht bestehenden
- Frust vollkommen, ich hätte ihn wohl auch in Ihrer misslichen Lage.
Ich schließe mit Schiller: "Mit der Dummheit kämpfen Götter
selbst vergebens".
Sie vorzüglich hochachtend:
CB
11. Sept. 2008
J.P. antwortete:
Ach, Christian Bruhn!
WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER! - Nicht einmal mein COMPUTER NR.3 kann sich
daran erinnern, Sie in dieser Sache persönlich behelligt zu haben.
Umso erfreuter bin ich über Ihren unvermuteten, fröhlichen Anwurf
und kommentiere Ihre damit verbundene Wiederkehr in mein zeitweilig so
fades, weil GEMA-fernes Leben, wie folgt:
ER IST WIEDER DA, erhebt sich mit (einst) EIN BISSCHEN GOETHE, EIN BISSCHEN
BONAPARTE (noch ausstehend) und nun also auch noch mit ein bisschen Schiller
über die SIEBEN(undfünfzig)TAUSEND RINDER, also nicht ganz NEUNUNDNEUNZIG
KOMMA NEUN PROZENT seiner GEMA-Herde.
Andersrum: Es mag zwar nicht DIE ZARTESTE VERSUCHUNG Ihres Leben sein,
aber wie wäre es, wenn Sie sich einfach das Anliegen jener Petition
zu eigen machten? Schließlich bezweckt sie ja nichts anderes als
das, was die GEMA in erhebenden Worten stets als ihr hohes Ziel benennt,
nämlich "größtmögliche Transparenz"?
Neben den mehr oder weniger durchdachten Sätzen von Goethe bis Schiller
gilt doch vor allem wohl die Wahrheit von McDonalds: ES MACHT SPASS, ZU
UNS ZU KOMMEN! Und heißt es nicht so treffend: EIN BISSCHEN SPASS
MUSS SEIN!? Nicht zuletzt gebe ich - in Zeiten der Altersversorgungshysterie
- zu bedenken, dass Sie auf diesem Wege zu einem wahren, großen
und von uns allen geliebten GEMA-Bonaparte werden könnten. Also:
WIR GEBEN IHRER ZUKUNFT EIN ZUHAUSE!
Es grüßt Sie der Musiker, den seine, nicht einmal von den Göttern
zu bekämpfende Dummheit davon abgehalten hat, der ihm eigentlich
zustehenden Klempnerei oder Metzgerei nachzugehen, mit einem satten KEEP
SMILING!
Jörn Pfennig
(Richtig, nomen est omen: In meinem Fall ginge es nämlich lediglich
um Beträge gleichen Namens. Kaum Anlass also, so zeitaufwendig zu
streiten ...)
PS.: "Ich verstehe ja Ihren - persönlich völlig zu Recht
bestehenden - Frust vollkommen, ich hätte ihn wohl auch in Ihrer
misslichen Lage." - Danke für dieses Bekenntnis!
12. September
C.B. rückantwortete:
Na, so eine Überraschung!
Auf meine bös-sarkastische Mail eine humorvolle Replik (nach offenbar
ausgiebigem Studium meiner Homepage).
In der CAPTAIN FUTURE werde ich nur noch einmal das durchaus zweifelhafte
Vergnügen haben, die drei GEMA-Versammlungen zu leiten, dann heißt
es AKROPOLIS ADIEU.
Sie müssen sich also entscheiden, wie Sie im Sommer 2009 der GEMA
und mir schaden können (vielleicht HINTER DEN KULISSEN...) Es grüßt
sie freundlich Ihr TIMM THALER
Prof. Christian Bruhn |