Erfahrungen - Meinungen

...und Kommentare!

 

Dringender
Appell

Seit Jahren klagen vor allem kleine Veranstalter über die GEMA und ihre
undurchsichtigen Geschäftspraktiken. Nun gibt es eine Initiative von zwei
Veranstaltern, die eine Petition in den Bundestag einreichen möchte. Ein
toller Versuch die ganzen Unsäglichkeiten und Selbstherrlichkeiten der Gema
an die Öffentlichkeit zu bringen.
Wenn Ihr Euch also jemals über die Gema aufgeregt habt, jetzt könnt Ihr was
tun!

 

Unfreundliche und ungeduldige
Beratungen

Unverständliche
Bürokratie


Ich bin seit 20 Jahren als Komponistin und Performerin meiner eigenen Werke tätig. Ich habe etliche Versuche unternommen, brieflich und telefonisch diverse unterlassene Zahlungen aufzuklären. Das bedeutete meistens etliche Stunden zusätzlicher Arbeit – unbezahlt – die ich nicht immer leisten kann. Unfreundliche sowie ungeduldige Beratungen am Telefon haben mir den Mut genommen, den Riesenberg an unverständlichem Bürokratie Kram seit 96 liegen zu lassen.

Ich bin immerzu kurz davor, einen Rechtsanwalt einzuschalten, der dies für mich erledigt. Leider kann ich nie in Vorauskasse gehen. Die Gelder, die mir bisher verloren gegangen sind, mir als Komponistin aber definitiv zustehen, sei es für öffentliche Konzerte oder Cd Abrechnungen oder oder – die Summe dessen muss inzwischen so groß sein, dass ich einen großen und lang gehegten Groll “fahre” auf das Reizwort und DIE GEMA. Was ich von Kollegen zu hören bekam auf meinen Reisen ist haarsträubend. Unter uns gesagt spricht man von der “Musik-Mafia” und genau so fühlt es sich an .
Das Einzige, was sich gelohnt hat für mich bisher ist die Tantiemen von 2 kleinen Film-Musiken im Doku Bereich, die ab und an gesendet werden. Wobei ich auch da nicht richtig kontrollieren kann ob auch wirklich alle Sendungen gezahlt werden.

Wenn nun irgendwer dagegen öffentlich handelt, bin ich dieser Person dieser Gemeinschaft UNENDLICH dankbar. Denn die Gelder, die wir kleinen Künstler nicht bekommen, die fragt man sich, bleiben WO ????

Danke und mit gruß aus Berlin

 

Kulturverhinderer

GEMA ist ein Reizwort für Veranstalter

Die "kleinen" Künstler, sind das "gros" der GEMA-Mitglieder


Mit ihrer undurchsichtigen Bürokratie, ihren überzogenen Gebührenforderungen an Kleinveranstalter wirkt die GEMA immer mehr als Kulturverhinderer. Ich, als GEMA-Mitglied fühle mich dadurch nicht mehr ausreichend in meinen Interessen vertreten, denn was nützt mir mein ganzes Urheberrecht, wenn ich bald nicht mehr mit meinen Kompositionen auftreten kann, wenn immer mehr Veranstalter die GEMA-Gebühren für meine eigenen Kompositionen mir in Rechnung stellen, so dass ich am Ende auch noch drauf zahle?
Ein weiterer Punkt ist der völlig undurchsichtige und viel zu komplizierte Abrechnungsmodus, bei dem man nie weiß, ob man wirklich seine berechtigten Tantiemen erhalten hat oder nicht. Sind wirklich alle Auftritte und alle Kompositionen abgerechnet worden? Es bleibt immer ein großes Misstrauen. Oft erhält man Nachzahlungen, aber erst dann wenn man Gelder reklamiert hat, oder sie sind in irgendwelchen Ausschüttungen mit enthalten - man versteht es nicht, auch nicht nach vielen Jahren der Mitgliedschaft. (Thomas Busse)

Das Thema GEMA sorgt nach den Auftritten immer wieder für Streit oder Ärger mit den Veranstaltern und so bleibt nach einem schönen Auftritt oft ein schales Gefühl. GEMA ist ein Reizwort für die Veranstalter. Einige nehmen keine Künstler mehr in ihren Spielplan auf, die GEMA- geschützte Werke spielen. Sehr häufig werden auch die GEMA-Gebühren von der Gage abgezogen. Das könnte man ja noch einsehen, wenn es Tantiemen für fremde Werke wären, aber wir spielen eigene Kompositionen. Unterm Strich bleibt zu wenig für die Kleinveranstalter und für die "kleinen" Künstler, die ja immerhin das "gros" der Mitglieder ausmachen. (Silvana Prosperi)

 

 

GEMA ignoriert
"Clubsterben"
Als sowohl Küstler wie auch Veranstalter bekomme ich hautnah die Differenz zwischen dem vom Veranstalter bezahlten Betrag und dem beim Künstler eingehenden mit. Unabhängig davon daß die Gema in unserem Bereich mittlerweile zu einem "Clubsterben" führt (sie ignoriert schlicht die Tatsache daß ein großer Raum nicht immer zu 100 % ausgelastet ist, und daß halt nunmal bei 200 Euro Einnahmen keine 160 Euro Gebühren möglich sind wenn`s für den Musiker (und den Veranstalter) noch irgendeinen Sinn machen soll, habe ich das Gefühl daß mit Hunderten von Auftritten "kleiner" Musiker vor allem das Millioneneinkommen von Maffey, Grönemeyer und Konsorten "erwirtschaftet" werden soll (man beachte. ich hab das Wort "ergaunert" vermieden...)
Eigentlich sollte ich als Musiker der hauptsächlich eigene Kompositionen spielt von der Gema profitieren, tatsächlich gibt es aber keine Institution (das Finanzamt eingeschlossen, da gibt es schließlich eine reelle Gegenleistung...) die mir so schadet wie die Gema.

Mein Wahlspruch: lieber einen Auftritt ohne Gema als als wegen der Gema keinen Auftritt!

 

Mitte der 80-er Jahre
die GEMA vor Gericht


E
s ist mir eine große Freude, zu lesen, daß sich Menschen nicht alles bieten lassen.
Wir, die ufaFabrik, hatten Mitte der 80-er Jahre einen Prozess gegen die Gema
geführt. Das war damals ein riesen Aufschrei in Berlin.

Kurz vorher kamen mich 3 Musiker von den Berliner Philharmonikern besuchen
und sagten mir: "Juppy, du bist ja naiv. Wir können dir jetzt schon sagen, wie der
Prozess ausgeht. Der dauert 5 bis 10 Minuten und dann gehst du raus und bist
verurteit." Ich antwortete ihnen, "ich weiß nicht was ihr gemacht habt, aber wir
machen es auf unsere Art und Weise."
Nach einer dreiviertel Stunde sprang der Richter einmal auf und war weg. Jeder
dachte, wo ist denn der Richter hin. Da kam er zurück mit seinem Terminkalender
und sagte: "passen sie mal auf, ich gebe ihnen einen neuen Termin in 3 Monaten
und das beste ist, sie reden mal untereinander und wir sehen uns hier nicht mehr.
Danke, T´schüss, auf Wiedersehn."

Ich habe damals gesagt, "da die Gema der kulturellen Barbarei in unserem Lande,
in den letzten 100 Jahren nicht energisch genug entgegengetreten ist, sich sogar
mitschuldig gemacht hat, erwarte ich von ihnen ja keine Wiedergutmachung."

Nie traut sich jemand zu wehren. Ich freue mich, daß es Euch gibt.
Herzliche Grüße...-
- Juppy -..


Wenn die Musiker zum Konzert Geld mitbringen müssen wird das ganze Musikgeschäft auf den Kopf gestellt


Als ich diese Mail gelesen habe habe ich ausgerufen "Endlich!!".
Endlich gibt es eine Initiative die sich mit der GEMA auseinander setzt. Ich hoffe sehr, daß Sie große Aufmerksamkeit und Wirkung erzielen.
Ich bin kein Musiker und kein Veranstalter. Deshalb kann ich wenig zur Abrechnungspraxis mit der GEMA sagen. Als Booker mache ich folgende Beobachtung: seit Monaten bekomme ich immer wieder Auftrittsangebote von Veranstaltern mit der Bitte, daß der Künstler die anfallende GEMA-Gebühr selber trägt. An dieser Stelle breche ich die Verhandlungen dann immer sofort ab. Damit wäre das Musikgeschäft ja auf den Kopf gestellt, wenn der Künstler zum Auftritt noch Geld
mitbringen muß.
Gleichzeitig erfahre ich natürlich auch die Gründe dafür. Vor allem für Kleinstveranstalter ist die GEMA zur Landplage geworden. Die hohen Gebühren können und wollen sie nicht mehr schultern. Dies führt zum Ausdünnen oder Einstellen des Konzertbetriebes. Das kann nicht im Sinn der lebendigen Liveszene in Deutschland sein.

Vielleicht bietet die vom 8.-10. Oktober stattfindende Popkomm eine geignete Plattform für dieses Anliegen. Die GEMA wird wie jedes Jahr auch dort sein. 2004 war ich als Besucher auf der Popkomm. Der Stand der GEMA war entweder verwaist oder einige gelangweilte Mitarbeiter standen dahinter. Ich hatte nicht den Eindruck das die Abgesandten
der GEMA begehrte Gesprächspartner von Musikern und Veranstaltern waren.


 

Der Arbeitsaufwand
bei der Härtefallregelung
sprengt jeglichen Rahmen


...Die Kosten die uns durch die Gema entstehen ermöglichen es uns kaum nich eine Veranstaltung kostendeckend durchzuführen. Wie schließen zum zweiten Mal in Folge einen Jahresvertrag ab um Kosten einzusparen. Die Härtefallregelung ist uns bekannt, jedoch sprengt der Verwaltungsaufwand diese in jedem Falle geltend zu machen jeglichen Rahmen. Es muss eine generelle Härtefallregelung für Kleinveranstalter und nicht-kommerzielle Veranstalter her, die die Gebühren pro Veranstaltung auf ein Minimum reduziert!

 

Erst nach Reklamation werden
Tantiemen ausbezahlt


Vielen Dank für Ihre Initiative, ich habe als Komponist und Arrangeur ähnlich schlechte Erfahrungen mit der GEMA gemacht. So ist es mir nicht einmal möglich, die Tantiemen für diejenigen meiner Werke zu erhalten, an deren Aufführungen ich als Musiker selbst beteiligt war und für die ich die Musikfolgen mit allen notwendigen Angaben persönlich ausgefüllt habe. Regelmäßig reklamiere ich die Abrechnungen, erst dann wird (meist) nachverrechnet. (Zuletzt habe ich einmal telefonisch nach einer bestimmten Veranstaltung bei der GEMA nachgefragt, die nicht abgerechnet worden war. Die GEMA-Mitarbeiterin stöberte in ihrem Computer und sagte dann „oh ja, da habe ich hier etwas gefunden, das vergüten wir Ihnen dann im nächsten Jahr“).
Meine Werke, von denen zahlreiche verlegt worden sind, werden jedoch nicht nur mit meiner Mitwirkung aufgeführt, sondern von zahlreichen Ensembles im In- und Ausland gespielt. Wie meine eigenen Recherchen ergeben haben, werden die Aufführungen von den Bands der GEMA durchaus gemeldet, die GEMA scheint jedoch erst dann die Tantiemen an die Urheber weiterzuleiten, wenn diese nachfragen. Ich vermute, dass mir durch diese Praxis der größte Teil meiner mir zustehenden Tantiemen vorenthalten bleibt, da ich natürlich nicht von allen Aufführungen im In- und Ausland wissen kann.


 

© 2008 Sonthofer Kultur- Werkstatt