...Kommentare |
...und
was sagen Sie dazu?
Schreiben Sie an: info@kult-werk.de
Richtet sich die Stellungnahmen |
Hallo Frau Bestle,
durch Zufall habe ich Ihre Petition erhalten. Vieles kann ich nachvollziehen, einiges ganz einfach nicht. Ein Künstler, der bei der GEMA Mitglied ist, muss sich aktiv um seine Tantiemen kümmern. Das wird Ihnen jeder Mitarbeiter der GEMA bestätigen. Es geht einfach nicht, dass man sich hinsetzt und wartet, bis man Tantiemen erhält. Die GEMA ist kein Staatsbetrieb, wie das Finanzamt, bei dem man wartet, bis man einen Bescheid bekommt. Toll wäre es, wenn Sie dies Ihren Künstlern mit auf den Weg geben. Aber die meistens, die mit der GEMA zu tun haben, wissen das aus Erfahrung. Erst bei Nachfrage wird die GEMA wirklich tätig. Traurig aber wahr. Entsprechend muss man eben sein eigenes Handeln anpassen. Im Übrigen tun Sie das ja auch. Dass die GEMA ein relativ undurchsichtiger Verein ist, ist jedem klar. Wenn Sie sich einmal die Mühe machen, und sich in die Geschichte der GEMA einlesen, werden Sie das System GEMA besser verstehen. Im Leben gibt es eben kein "gut" oder "schlecht", sondern nur immer eine Interpretation davon. Je nachdem, auf welcher Seite man steht. Auf einen Sozialcharakter zu pochen, ist hier vergebens. Legen Sie jedem Besucher, der Ihren Eintritt zu hoch findet, ihre Kalkulation vor? Ein Harz 4 Empfänger, der gerade klamm ist, bekommt bei Ihnen bestimmt auch keinen Sozialtarif, oder? Das gehört zu ihrer unternehmerischen Selbständigkeit. Und die GEMA ist auch nur ein Unternehmen. Auch ich bin selbständig. Alles was ich tu, muss ich kalkulieren. Scheint eine Sache nicht lohnenswert, dann muss ich diese entweder Mischfinanzieren oder nicht machen. Das eigene unternehmerische Risiko kann einem niemand abnehmen. Für einen Veranstalter gehören die einen Kosten dazu, für einen Friseur die anderen. Wenn Kleinkunst sich für Sie nicht lohnt, sollten Sie Ihre Konsequenzen ziehen. Ist denn unser Steuersystem gerecht? Mein Bruder, der Finanzbeamter ist, sagt eindeutig nein. Und trotzdem zahlen wir alle und schreiben nicht täglich Petitionen. Lobbyarbeit an richtiger Stelle wäre erfolgreicher. Kostet aber mehr, als eine Email. Respekt vor der Energie, die Sie bis jetzt in diese ganze GEMA Thematik reingelegt haben, zeitlich, wie finanziell. Was hätten Sie erreicht, wenn Sie genau soviel Kraft in Ihre Bühne investiert hätten. Als Unternehmer muss man sich mit gegebenen Widrigkeiten arrangieren. Das macht einen Unternehmer aus. Und nochmal: es gibt kein "gut" oder "schlecht". Und jammern hilft nichts. Abgesehen davon, wir jammern auf einem recht hohen Niveau. Jedes Wirtschaftsunternehmen versucht seinen Gewinn zu maximieren. Stimmen Sie mir da zu, wenn auch Sie das tun? Also bitte: anpacken. Mit Petitionen habe ich überhaupt keine Probleme. Nur bitte dann an die richtigen Personen. Diese Email wird nun durch halb Deutschland verschickt, meistens an diejenigen, die gar nichts mit dieser GEMA Problematik zu tun haben. Bringt das was? Ich fürchte nein. Das Thema GEMA haben Sie mit zwei Beispielen relativ dramatisch aufbereitet. Aber es hat irgendwie doch nur Bildzeitungs-Niveau. Mehr als ein "die böse GEMA" bleibt bei den meisten nicht hängen. Trotzdem: Weiterhin gute Geschäfte und viel Erfolg ... |
| Widerspricht die Petition den berechtigten Anliegen & Rechten der Künstler? |
Gerade
erreicht mich über befreundete Musiker (die übrigens auch veranstalten)
die Mail zu Ihrer Petition.
Diese Petition werden wir Künstler mit aller Vorsicht beobachten
und Ihr nötigenfalls an gleicher Stelle widersprechen. Es ist nicht richtig, wie hier die Gastronomen und Veranstalter so tun, als ob sie im Namen von uns Künstlern sprechen. Das Interesse von Künstlern und Urhebern ist, dass überall, wo mit unseren Ideen, mit unserer Musik, Geld verdient wird, - z. B. in Kneipen - die "Atmo" mit Musik zieht Leute an, überall dort möchten wir beteiligt werden und haben auch das Recht dazu. Es geht um nicht weniger als um den Schutz des geistigen Eigentums, der wieder einmal wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden soll. Natürlich haben auch wir Urheber von Musik oft Grund genug die GEMA zu kritisieren, aber wir wollen uns nicht das Recht aushebeln lassen, an der Wirkung unserer Musik mitzuverdienen. Ich möchte Sie bitten diesen "wirklichen" Standpunkt der Künstler in den gleichen Verteiler zu geben, in den Sie Ihre Mail gegeben haben. |
© 2008 Sonthofer Kultur- Werkstatt